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Vom Bundesrathe des Deutschen Reiches am 7. Juni 1900 genehmigt.
Adeps Lanae anhydricus. - Wollfett.

Das gereinigte, wasserfreie Fett der Schafwolle. Hellgelbe, salbenartige Masse von sehr schwachem Geruche, welche bei etwa 40° schmilzt, in Aether und Chloroform löslich, in Wasser unlöslich ist, sich aber mit mehr als dem doppelten Gewichte des letzteren mischen läßt, ohne die salbenartige Konsistenz zu verlieren. Wird eine Lösung von Wollfett in Chloroform ( 1 = 50 ) über Schwefelsäure geschichtet, so entsteht an der Berührungsstelle der beiden Flüssigkeiten eine Zone von feurig braunrother Farbe, welche nach etwa einer Stunde die höchste Stärke erreicht.

Wollfett verbrennt mit leuchtender, stark rußender Flamme.

Eine Lösung von 2 g Wollfett in 10 ccm Aether soll nach dem Zusatz von 2 Tropfen Phenolphthaleinlösung farblos bleiben, dagegen sich roth färben, wenn sie mit 0,1 ccm Zehntel-Normal-Natronlauge versetzt wird.

Werden 10 g Wollfett mit 50 g Wasser unter beständigem Umrühren im Wasserbad geschmolzen, so soll sich nach dem Erkalten eine matt hellgelbe, wasserfreie Fettschicht über der klaren, wässrigen Flüssigkeit abscheiden. Letztere soll neutral reagiren, beim Abdampfen Glycerin nicht hinterlassen und beim Erhitzen mit Kalkwasser rothes Lackmuspapier bläuende Dämpfe nicht entwickeln. 10 ccm der zuvor filtrirten, wässrigen Flüssigkeit soll durch 2 Tropfen Kaliumpermanganatlösung bleibend roth gefärbt werden.

Ein g Wollfett, mit 20 ccm absolutem Alcohol gekocht, soll nach dem Erkalten ein Filtrat liefern, welches, auf Zusatz einer Lösung von Silbernitrat in Weingeist (1 = 20), keine oder nur eine, beim Erwärmen wieder vollständig verschwindende Trübung erleidet.

100 Theile Wollfett dürfen nach dem Verbrennen höchstens 1/20 Theil Asche hinterlassen; diese soll befeuchtetes, rothes Lackmuspapier nicht bläuen.


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